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Gerhard Berger im Interview „Du weißt zu Mittag nicht, wer gleich gewinnen wird“

Gerhard Berger spricht über den Stand der derzeit vielleicht besten Tourenwagen-Serie der Welt.
Gerhard Berger am Red Bull Ring

DTM-Chef Gerhard Berger hat die Serie von einer Zwei-Marken-Serie zur buntesten und spannendsten Show im Tourenwagen-Bereich umgekrempelt. Sieben Marken, 23 charakterstarke Fahrer, spannende Rennen, beinharte Action: Vor dem DTM-Auftritt auf dem Red Bull Ring vom 03. bis 05. September 2021 spricht Gerhard über den Stand der derzeit vielleicht besten Tourenwagen-Serie der Welt.

Wenn du ins Fahrerlager blickst: Was fällt dir auf?

Diese Markenvielfalt, das ist sehr schön. Am Nürburgring standen da Autos von 7 Marken. Aber es ist auch die Teamvielfalt, die mich begeistert. Früher gab es da einfach zwei, drei Reihen von Trucks in den Farben der teilnehmenden Marken, nun haben wir viele Privatteams und jedes Team tritt in seinen eigenen Farben an. Das allein bringt schon viel Emotion ein. Die Seelen der Teams sind nun dargestellt und Emotion ist genau das, was der Sport braucht.

Emotion kommt ja vor allem aus knappen und spannenden Rennen. Die DTM war zum letzten Mal 2018 auf dem Red Bull Ring zu Gast. Deine Erwartungen?

Du weißt zu Mittag nicht, welcher Fahrer, welches Auto gleich gewinnen wird. Auch wenn sich Piloten wie Kelvin van der Linde schon hervortun, ist doch jedes Rennen in seinem Verlauf voller Überraschungen und jedes schreibt seine ganz eigene Geschichte. Von 23 Autos waren am letzten Samstag auf dem Nürburgring 22 innerhalb von neun Zehntelsekunden. Davon hat man lange nur geträumt. Dazu kommt die Markenvielfalt. Es ist wunderbar, dass sich das zuletzt so entwickelt hat.

Wie sieht das internationale Feedback aus?

Sehr gut. Ein bekanntes italienisches Magazin hat uns eben als „Formel 1 des GT-Sports“ bezeichnet. Man sieht, dass das Konzept anerkannt und geschätzt wird.

Gerade zu Saisonbeginn waren GT3-erfahrene Piloten den DTM-Routiniers überlegen. Bleibt das so?

Auf Dauer gibt es keinen Grund, warum eine Gruppe von Fahrern der anderen überlegen sein sollte und sich nicht auch DTM-Routiniers vorne festsetzen. Ich habe es zu meiner Zeit immer geliebt, ein Wochenende Formel 1 zu fahren und nächstes Wochenende was anderes. Wir hatten da keine Umstellungsprobleme. Im Gegenteil: Es hat uns eher beflügelt. Gute Leute setzen sich immer durch, egal was sie fahren. Ich bin sogar einmal an einem Wochenende Formel 1 gefahren und zugleich einen BMW 635i im Rahmenprogramm.

Für das Red Bull Team auf Ferrari ist es der erste Start am Red Bull Ring. Was hältst du von diesem Heimspiel?

Es ist eine tolle Sache, dass es diese Zusammenarbeit zwischen Red Bull, Ferrari und AF Corse gibt. Für die Fans ist es ein Traum, Rennwagen aus den verschiedensten Ländern fahren zu sehen. Autos mit komplett anderen Konzepten und Motorensound. Was dieses Konzept betrifft: Es wird ganz genau von Ferrari und Co. beobachtet. Die Erfolge sind da. Beide Fahrer, Liam Lawson und Alex Albon, haben schon gewonnen. Zum anderen ist man dort durchaus beeindruckt, wenn man sieht, mit welcher Professionalität gestandene DTM-Teams wie Abt und andere hier ans Werk gehen. Da sieht man, auf welchem Top-Niveau sich die DTM bewegt.

Was können sich die Fans vom Renn-Wochenende auf dem Red Bull Ring erwarten?

Sie sehen hier Top-Fahrer, Top-Teams und eine große Bandbreite. Zudem garantiert diese tolle Rennstrecke immer wieder spannende Rennen. Ich glaube, es ist eine Art des Motorsports, die ganz einfach begeistert und mit dem ganzen Programm rundherum schöne und abwechslungsreiche Tage bietet.

Für die beiden Österreich-Rennen am 04. und 05. September gibt es noch Karten in allen Kategorien. Wichtig: Es gibt keine Zuschauermengen-Begrenzungen! Bei jedem Erst-Zutritt zum Veranstaltungsgelände pro Tag gilt die 3G-Regel. Tickets für die DTM auf dem Red Bull Ring gibt es HIER.