Facts
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Historisches Vorbild
Formel-1-Saison 1961 -
Konstrukteur
Carlo Chiti -
Motor
Ferrari 120°-V6 in der Weltmeister-Spezifikation -
Leistung
190 PS bei 9.500/min -
Getriebe
5-Gang + Rückwärtsgang -
Fahrer-WM 1961
Phil Hill -
Konstrukteurs-WM 1961
Ferrari -
Grand-Prix-Siege 1961
fünf
Zwei Lufteinlässe in der Nase gaben ihm seinen Namen, ein nur 1,5 Liter großer V6 machte ihn zum Weltmeister. Mit dem Ferrari 156 „Sharknose“ gewann Phil Hill 1961 die Formel-1-Weltmeisterschaft, Ferrari holte erstmals den Konstrukteurstitel.
Der Sharknose beim Red Bull Ring Classics bringt diese Epoche wieder auf die Rennstrecke. Der nach historischen Ferrari-Zeichnungen aufgebaute Monoposto verbindet eine detailgetreue Konstruktion mit originaler Ferrari-Renntechnik aus jener Zeit – bis hin zu V6-Motor und Getriebe.
Das Fahrzeug
Der Ferrari 156 entstand für das neue Formel-1-Reglement von 1961, das den Hubraum auf 1,5 Liter begrenzte. Ferrari konnte dafür auf seine Formel-2-Erfahrung zurückgreifen und entwickelte den V6 entscheidend weiter.
In seiner stärksten Ausführung standen die Zylinderbänke im ungewöhnlich weiten Winkel von 120 Grad. Dadurch konnte der Motor flacher eingebaut und der Schwerpunkt abgesenkt werden. Aus nur 1.476,6 cm³ entstanden 190 PS bei 9.500 Touren. Das markanteste Detail sieht man allerdings schon im Stand: Zwei schräg gestellte Öffnungen versorgen den Kühler mit Luft und gaben dem Wagen seinen bis heute bekannten Namen – „Sharknose“.
Der Fahrer
Phil Hill gehörte 1961 gemeinsam mit Wolfgang von Trips und Richie Ginther zur starken Ferrari-Mannschaft. Mit Siegen in Spa und Monza sowie konstanten Spitzenresultaten kämpfte er bis zum vorletzten WM-Lauf um den Titel.
In Monza gewann Hill das Rennen und wurde als erster in den USA geborener Fahrer Formel-1-Weltmeister. Der sportliche Erfolg stand jedoch im Schatten des tödlichen Unfalls seines Teamkollegen und Titelrivalen Wolfgang von Trips.
Fun-Fact
Beim Großen Preis von Belgien 1961 besetzte Ferrari mit dem 156 die ersten vier Plätze: Phil Hill gewann vor Wolfgang von Trips, Richie Ginther und Olivier Gendebien. Es war die eindrucksvollste Demonstration der Stärke des Sharknose in seiner Weltmeistersaison.
Die Geschichte hinter dem Fahrzeug
Der heute wieder fahrende Sharknose entstand Jahrzehnte nach der Weltmeistersaison. Sammler und Historic-Racer Jason Wright ließ zwei Fahrzeuge nach historischen Ferrari-Unterlagen in der Spezifikation des Italien-Grand-Prix von 1961 aufbauen.
Dabei ging es weit über die äußere Form hinaus. Setford & Company fertigte Rahmen und Aufhängung nach historischem Vorbild, verwendete Gasschweißung wie in den 1950er- und 60er-Jahren und ließ selbst Nieten, Schrauben und Rohre nach damaligen Spezifikationen herstellen. Die Aluminiumkarosserie entstand nach originalen Ferrari-Zeichnungen in traditioneller Handarbeit.
Das Besondere steckt im Inneren: Für die beiden Sharknose konnten originale Ferrari-V6-Motoren und Getriebe aus dieser Rennwagengeneration verwendet werden. So entstand aus historischem Material, Originalzeichnungen und traditionellem Handwerk ein heute wieder fahrbares Stück Formel-1-Geschichte.
Mythos
- Ferrari ließ die Sharknose verschwinden. Die damaligen Rennwagen wurden nach ihrer Einsatzzeit zerlegt beziehungsweise verschrottet. Vollständige Originalfahrzeuge haben deshalb nicht überlebt. Motoren, Getriebe und andere Komponenten blieben jedoch erhalten.
- Unter dem Ferrari-Werk sollen noch heute Sharknose stecken. Der Überlieferung zufolge wurden Teile der zerlegten Rahmen als Verstärkung in Beton auf dem Werksgelände verwendet. Ein ehemaliger Ferrari-Techniker soll diese Geschichte später gegenüber Jason Wright bestätigt haben. Eine zeitgenössische Ferrari-Dokumentation dazu ist bislang nicht bekannt.
- Die Startnummer 2 besitzt einen besonderen historischen Bezug. Der originale 120°-V6 des heutigen Neuaufbaus trägt die Nummer 002 – dieselbe Nummer wie das Chassis, mit dem Phil Hill 1961 in Monza gewann und Weltmeister wurde. Ob dieser Motor tatsächlich genau in Hills Siegerwagen eingesetzt war, ist damit allein jedoch nicht bewiesen.