Facts
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Team
Lotus -
Motor
Ford Cosworth DFV V8 -
Hubraum
2.993 ccm, 90° V8-Zylinder -
Leistung
490 PS bei 10.750 Umdrehungen/min. -
Chassis
Kohlenstoff und mit Aramidfasern verstärktem Kunstharz -
Gewicht
585 kg -
Konstrukteure
Colin Chapman, Peter Wright -
Piloten
Elio de Angelis, Nigel Mansell -
Im Einsatz
Anfang 1981 bei Tests und Trainings -
Starts und Siege
0/0 -
Besonderheit
Der Lotus 88 fuhr nur Trainings. Die Technische Abnahme war positiv, aber die Stewards stuften das Auto als regelwidrig ein. -
Fahrer bei der Red Bull Legends Parade
Karl Wendlinger
Das Auto
Der Lotus 88 bestand aus zwei ineinander liegenden und weitgehend unabhängig voneinander gefederten Zwillings-Chassis-Teilen. Ein Doppelchassis, oder im Englischen: Twin. Das innere Primärchassis umfasste das Cockpit, die Motor- und Getriebeeinheit, während das äußere Sekundärchassis – eigentlich Teil der Karosserie – mit den Seitenschürzen den Luftstrom regulierte. Beide waren durch Federn miteinander verbunden. Bei hohem Tempo presste der Luftstrom das Sekundärchassis gegen die Fahrbahn, wodurch ein hoher Saugeffekt höhere Kurvengeschwindigkeiten ermöglichte. Die Bodenhaftung war so hoch, dass auf Frontflügel großteils verzichtet werden konnte. Ferrari und Williams protestierten: Durch diesen Trick würde der Mindestabstand zwischen Chassis und Fahrbahn von 60 mm unterschritten. Die Vorgabe wurde im Stehen erfüllt, nicht aber beim Fahren. Nach langem Streit kam es nie zu einem Renneinsatz. Das Auto landete im Museum und ist bis heute eine Attraktion bei Legenden-Paraden.
Die Piloten
Elio de Angelis und Nigel Mansell. Zwei Fahrer, in deren Karrieren der Österreichring eine große Rolle spielt. Mansell fuhr 1980 in einem dritten Lotus mit der Nummer 43 seinen ersten Grand Prix. Der auch für sein Pianospiel berühmte Italiener wiederum feierte in der Saison 1982 seinen ersten Sieg.
Gut zu wissen
Ähnlich wie Tyrrell und Brabham endete auch Lotus am Ende der Startaufstellung, nach einem langjährigen Niedergang. Später kam die Marke unter anderen Eigentümern noch einmal in die Formel 1 zurück und gewann mit Kimi Räikkönen sogar wieder.
Die Geschichte
Ohne einen einzigen Rennkilometer wurde der Lotus 88 zu einem Mythos in der Rennwagen-Technik – als faszinierendes Denkmal von Innovation und dem Mut, über Grenzen zu gehen oder diese zumindest neu zu denken. Der Konstrukteur Colin Chapman verkörpert wie kein anderer die Verschmelzung von Genie und Wahnsinn im Motorsport des vergangenen Jahrhunderts. Designer waren auf der Suche nach neuen Lösungen oder auch nach Lücken im Reglement. So studierte man im britischsten aller Teams das auch in französischer Sprache verfasste Regelwerk ganz genau. Die entsprechende Textpassage besagte nur, dass jedes aerodynamische Teil des Autos komplett mit dem Chassis verbunden sein musste. Unklar, ob es sich bei dem Wort Chassis um die Einzahl oder auch die Mehrzahl handelte. Diese minimale Unschärfe nutzten Chapman und sein genialer Ingenieur Peter Wright.
Der Typ zum Auto
Colin Chapman, 1928 in England geboren, fiel schon als Bub mit handwerklichem Talent und ungewöhnlichen Ideen auf. Er trat bei einem Seifenkistenrennen mit einer revolutionären Aufhängung an. Im Motorsport waren seine Boliden radikal innovativ und gefährlich. Jochen Rindts berühmter Satz: „In einem Lotus werde ich Weltmeister, oder sterbe ich“, bewahrheitete sich doppelt. Chapman starb 1982 unter mysteriösen Umständen kurz nach seinem letzten Lotus-Sieg, mit Elio de Angelis in Spielberg.
Der Fahrer bei der Red Bull Legends Parade: Karl Wendlinger
Zur Freude vieler Fans ist der Tiroler am Red Bull Ring im Einsatz. Der Mann, der einst vor einem gewissen Michael Schumacher deutscher Formel-3-Meister wurde und der 41 Grand-Prix-Rennen bestritten hat, hatte einst schon am Österreichring als Nachwuchsfahrer brilliert und er war nach Gerhard Berger der erste Fahrer, der vom späteren mehrfachen Weltmeister-Entdecker Helmut Marko in die Königsklasse geführt worden war.