RED BULL LEGENDS PARADE 2026: FERRARI F2002 (2002)

Der Ferrari F2002 auf der Rennstrecke

Facts

  • Team

    Scuderia Ferrari
  • Motor

    Ferrari V10
  • Hubraum

    3 Liter
  • Leistung

    900 PS bei 19.000 Umdrehungen/min.
  • Chassis

    Sandwichkonstruktion, kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff, Wabenkonstruktion aus Aluminium
  • Gewicht

    600 kg
  • Konstrukteure

    Ross Brawn, Rory Byrne, Aldo Costa, Nicolas Tombazis
  • Piloten

    Michael Schumacher, Rubens Barrichello
  • Im Einsatz

    Brasilien 2002 bis San Marino 2003
  • Starts und Siege

    19 Rennen, 15 Siege
  • Besonderheit

    Dominierendes Auto 2002 mit 14 Siegen in 17 GP der Saison. Fünfter Titel von Schumacher, damit stellte er den Rekord von Juan-Manuel Fangio ein. Siegerauto im Skandalrennen in Österreich 2002.
  • Fahrer bei der Red Bull Legends Parade

    Rubens Barrichello

Das Auto

Obwohl Ferrari in den beiden Jahren davor das Weltmeisterauto gebaut hatte, war der F2002 noch einmal eine deutliche Verbesserung. Im Vergleich zum F2001 entwickelte man mit Titan ein neues, leichteres, stärkeres Getriebe, das den Schwerpunkt des Autos deutlich absenkte. Durch eine kompaktere Bauweise ließ sich die aerodynamische Effizienz steigern – mit dem 051er-V10-Motor eine Klasse für sich. Der Bolide fuhr seine Piloten bei 19 Renneinsätzen zu insgesamt 15 Siegen. Noch beeindruckender: Die beiden Ferrari-Stars holten 221 Punkte in der Saison 2002 – so viele wie die 20 Fahrer der restlichen zehn Teams zusammen. Selbst Anfang der nächsten Saison konnte dieses Auto noch gewinnen.

Die Piloten

Rubens Barrichello löste im Jahr 2000 Eddie Irvine bei Ferrari ab. Als klar definierte Nummer 2 hatte er den Anordnungen des Teams Folge zu leisten, was in Spielberg zu einem denkwürdigen Moment in der Geschichte des Österreich-GP führte. Michael Schumacher: Der siebenfache Weltmeister gilt als einer der Giganten des Sports. Die Karriere des aus für F1-Verhältnisse bescheidenen Verhältnissen stammenden Deutschen hat in Österreich so richtig Fahrt aufgenommen. Bis dahin musste er jeden Pfennig umdrehen und an der Rennstrecke manchmal im LKW-Führerhaus schlafen. Bei einem Formel-3-Rennen am Salzburgring im August 1988 entdeckte ihn der deutsche Rennsport-Manager Willi Weber. Schumacher hatte bei strömendem Regen zehnmal in Folge die Kurve auf den Zentimeter gleich gut getroffen. Weber kümmerte sich um die Finanzierung der Karriere, die ganz Deutschland Formel-1-verrückt machte. In Spielberg siegte Schumacher zwei Mal, bei den beiden letzten Rennen am damaligen A1-Ring.

Gut zu wissen

Bei all dem Ruhm, den dieses Auto eingefahren hat, ist es doch für immer auch mit einem der umstrittensten Momente der Rennsportgeschichte verbunden. Ein Ereignis, das sich ausgerechnet am Spielberg am damaligen A1-Ring 2002 ereignet hat. Michael Schumacher hatte den Saisonstart dominiert, beim Rennen war Rubens Barrichello in Führung und am Weg zum Sieg. Doch ein Passus in seinem Vertrag zwang ihn dazu, Schumacher vor dem Ziel vorbeizulassen – und das ein Jahr nachdem er ihn auf derselben Strecke auch schon passieren hatte lassen müssen, damals nach der legendären Aufforderung von Teamchef Jean Todt: „Let Michael pass for the Championship!“ 2001 ging es nur um Platz zwei, diesmal aber um den Sieg – zur Empörung von Millionen Fans, unter Buhrufen der Zuschauer in Österreich im erst vierten Saisonrennen. Eine Aktion, die unnötig war: Schumacher wurde sechs Rennen vor Schluss bereits Weltmeister.

Die Geschichte

Der F2002 ist einer der erfolgreichsten Rennwagen aller Zeiten – und unter dem Namen „Rote Göttin“ eine technische Ikone der Formel 1. Die Mannschaft, die dieses Auto baute, ist ein Allstar-Team, hier legten viele der größten Ingenieure am Höhepunkt ihrer Schaffenskraft Hand an. Ross Brawn als Technischer Direktor und Chefdesigner Rory Byrne waren schon seit Benetton-Zeiten ein mit Michael Schumacher eingespieltes Team. Nun wurden sie auch noch unterstützt von Leuten wie Aldo Costa, Nicolas Tombazis, James Allison, Gilles Simon oder Motorenchef Paolo Martinelli – alles Techniker, die das erste Viertel dieses Jahrhunderts in der Formel 1 in verschiedenen Teams mitgeprägt haben.

Der Fahrer bei der Red Bull Legends Parade: Rubens Barrichello

Ausgerechnet der tragische Held von damals hat nun die Größe, hier in Spielberg wieder in den F2002 einzusteigen – um vielleicht auch den verdienten Applaus für seine Renn-Performance von damals abzuholen. Aufgeregt wird der Brasilianer mit 322 Grand-Prix-Starts und elf Siegen auch sonst sein: Sein Sohn Fernando ist am Red Bull Ring selbst in der Formel 3 am Start – im Rennwagen mit der Nummer 28.