RED BULL LEGENDS PARADE 2026: FERRARI 312T (1975)

Facts

  • Team

    Scuderia Ferrari
  • Motor

    Zwölfzylinder-V-Motor (Zylinderbankwinkel 180°)
  • Hubraum

    2.998 ccm, Tipo 015 Ferrari-V12
  • Leistung

    500 PS bei 12.200 Umdrehungen/min.
  • Chassis

    Aluminium-Monocoque
  • Gewicht

    600 kg
  • Konstrukteur

    Mauro Forghieri
  • Piloten

    Niki Lauda, Clay Regazzoni
  • Im Einsatz

    GP Südafrika 1975 bis Long Beach 1976
  • Starts und Siege

    15 Rennen, 9 Siege
  • Besonderheit

    Erster F1 Titel für Ferrari seit 1964, erster WM-Titel für Niki Lauda, 5 Siege, Fahrer- und Konstrukteurstitel für Ferrari.
  • Fahrer bei der Red Bull Legends Parade

    Mathias Lauda

Das Auto

„Ich mache Motoren, keine Autos.“ Enzo Ferraris berühmtester Satz. Damals definierte sich Ferrari sehr über einen starken Motor – der Zwölfzylinder war in diesem Jahr rund 25 PS leistungsfähiger als die Konkurrenz von Ford. Zu einem nicht geringen Preis dem wesentlich höheren Verbrauch (25 Kilo mehr Sprit). Dafür war das Triebwerk äußerst stabil. Lauda erzählte noch oft davon, dass der Motor sogar schwere Schaltfehler, die die Drehzahl weit über das vermeintliche Limit von 13.500 Touren habe schnalzen lassen, ohne den geringsten Schaden überstand. Das von Mauro Forghieri designte Chassis war sicherer, aber auch teurer und schwerer. Dass Ferrari trotzdem diese Variante wählte, war einer der Gründe, warum Lauda lieber auf Rot setzte als auf die gefährlicheren Konstruktionen anderer Teams.

Die Piloten

Niki Lauda und Clay Regazzoni. Die beiden waren seit ihrer gemeinsamen Zeit bei BRM eine gut funktionierende Paarung. Der Tessiner hatte sein erstes Autorennen erst mit 24 Jahren, seinen ersten Sieg an dem Wochenende in Monza, als Jochen Rindt im Training verunglückte. Niki Lauda: Der dreifache Weltmeister, nach dem die erste Kurve am Red Bull Ring benannt ist, schrieb die vielleicht unglaublichste Sport-Geschichte aller Zeiten. Als Weltmeister 1975 und WM-Führender 1976 verunglückte er am 1. August im 312T2, dem Nachfolger des 312T, schwer. Er überlebte mit schweren Verbrennungen und nach einer „Letzen Ölung“ durch einen Priester, um nur 42 Tage später in Monza wieder zu fahren und Vierter zu werden. Im Jahr darauf wurde er erneut Weltmeister, 1984 ein drittes Mal. In jenem Jahr feierte er endlich auch seinen ersten Heimsieg am Österreichring.

Gut zu wissen

„Summa cum Lauda“ war der Titel der bekanntesten italienischen Fachzeitschrift nach dem WM-Sieg mit Ferrari, in Bezug auf die höchste universitäre Auszeichnung „Summa cum laude“. Dieser Begriff hat sich eingeprägt als Erinnerung an diese höchst erfolgreiche und wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Konstrukteur und Fahrer, die beim 312T ihren Höhepunkt hatte. Das „T“ steht dabei für „trasversale“ und würdigte das Getriebe, das quer eingebaut war.

Die Geschichte

Als der Österreicher Niki Lauda 1974 zur Scuderia Ferrari kommt, ist der ruhmreiche Rennstall am Boden – selbst der Rückzug aus der Formel 1 ist ein offen diskutiertes Thema in Maranello. Stattdessen entscheidet sich Enzo Ferrari für das Ende des Sportwagen-Engagements, um sich noch einmal voll auf die Königsklasse zu fokussieren. Binnen Monaten geht es bergauf, parallel baut Designer Mauro Forghieri mit dem neuen 312T das geplante Weltmeister-Auto für 1975 unter starker Mithilfe von Lauda, der sich wie kein Fahrer zuvor in die technische Entwicklung einbringt. Es folgt Ferraris erster Sieg in Monaco seit zwanzig Jahren – samt Handkuss an die Fürstin. Ein Bild, das in die Geschichte eingeht. In 15 Grand-Prix-Rennen bis ins Frühjahr 1976 gewinnt allein der Österreicher sieben Mal, er wird zum ersten Ferrari-Weltmeister seit elf Jahren. Die Tifosi feiern ihn wie einen Erlöser.

Der Fahrer bei der Red Bull Legends Parade: Mathias Lauda

Nikis Sohn liebt Surfen und Motocross – er kann aber auch trotz späten Beginns auf eine beachtliche Karriere als Rennfahrer zurückblicken: Vier Jahre DTM für Mercedes, fünf Einsätze beim Klassiker in Le Mans für Aston Martin. In Österreich ist er unter anderem als Experte bei ServusTV bekannt.