Facts

  • Baujahr

    1985
  • Chassis

    Roush 009
  • Fahrzeugtyp

    Trans-Am-/IMSA-GTO-Rennwagen
  • Motor

    Ford-V8
  • Leistung

    ca. 600 PS
  • Getriebe

    manuell

Schwarzer Lack, goldene Linien und darunter ein amerikanischer Rennwagen, der mit einem gewöhnlichen Straßen-Mustang nur noch die äußere Form gemeinsam hat. Der John-Player-Special-Mustang verbindet die elegante Farbwelt des europäischen Motorsports mit der Technik eines kompromisslosen US-Rennwagens.

ChromeCars führt das Fahrzeug als Roush Mustang von 1985 mit der Chassisnummer 009. Hinter dieser Nummer steht kein Showcar, sondern ein Rohrrahmen-Rennwagen mit einer langen Geschichte in der amerikanischen Trans-Am- und IMSA-Szene.

Das Fahrzeug

Aus der Entfernung ist die Silhouette eines Fox-Body-Mustang erkennbar. Unter der Karosserie steckt jedoch kein umgebauter Straßenwagen, sondern ein eigenständiges Rennfahrzeug mit Rohrrahmen, V8-Motor und rein funktionaler Technik.

Ein historisches Profil von Chassis 009 nennt einen Ford-V8 mit rund 5,1 Litern Hubraum und etwa 600 hp. ChromeCars bestätigt für das konkrete Fahrzeug den V8, das manuelle Getriebe und die Chassisnummer. Der Mustang wurde nicht gebaut, um auf der Straße komfortabel zu sein. Sein Arbeitsplatz war die Rennstrecke.

Der Rennsportkontext

John Player Special wurde vor allem durch die schwarz-goldenen Lotus-Rennwagen bekannt. Ab 1972 entwickelte sich die Farbgebung zu einem der prägnantesten Designs der Formel-1-Geschichte. Der Roush Mustang überträgt diese europäisch geprägte Ästhetik auf einen amerikanischen V8-Rennwagen.

Damit übernimmt beim Mustang nicht eine Filmfigur die Rolle des Hauptdarstellers, sondern seine Lackierung. Das Schwarz und Gold gibt dem bulligen Rennwagen eine ungewöhnliche Eleganz – und macht ihn auch ohne sichtbaren Markennamen sofort als John Player Special erkennbar.

Fun-Fact

Chassis 009 wird mit einem ausgesprochen prominenten Fahrerkreis verbunden. Ein historisches Fahrzeugprofil nennt Ricky Rudd, Kyle Petty, Ken Schrader und Bill Elliott für einen Einsatz beim 24-Stunden-Rennen von Daytona.

Die Ergebnislisten bestätigen diese Besetzung für einen Roush-Mustang beim Rennen von 1986. Vier Fahrer, die vor allem durch NASCAR bekannt wurden, teilten sich damit einen kompromisslosen Straßenkurs-Rennwagen. Das Rennen endete allerdings nicht im Ziel: Der Mustang schied nach einem Unfall aus.

Die Geschichte hinter dem Rennwagen

Bei einem Rohrrahmen-Rennwagen ist das Baujahr nicht immer so eindeutig wie bei einem Serienfahrzeug. Karosserien, Motoren, Aerodynamik und Sponsorgestaltungen konnten während seiner aktiven Laufbahn mehrfach verändert werden, während das eigentliche Chassis erhalten blieb.

Genau hier liegt bei Chassis 009 noch eine offene Stelle. ChromeCars führt den Mustang als Fahrzeug von 1985. Ein älteres Profil bezeichnet dieselbe Chassisnummer dagegen als 1989er IMSA-/Trans-Am-Mustang und verbindet sie sowohl mit dem Daytona-Einsatz als auch mit späteren Fahrten von Scott Pruett. Ab 2000 soll Lauren Fix das Chassis im historischen Motorsport eingesetzt haben.

Der Widerspruch muss nicht bedeuten, dass eine der Angaben falsch ist. Wahrscheinlicher ist eine Entwicklung über mehrere Rennsaisonen und Aufbaustufen.

Mythos

  • Rund um Chassis 009 taucht immer wieder der Spitzname „Christine“ auf. Angeblich erhielt der Mustang diesen Namen, weil er mehrmals verunfallte, wieder aufgebaut wurde und anschließend auf die Rennstrecke zurückkehrte. Bei der Urheberschaft gehen die Geschichten auseinander: Manche schreiben den Namen Scott Pruett zu, andere dem finnischen Fahrer Robert Lappalainen. Der Mythos „Christine“ passt jedenfalls zu einem Rennwagen, dessen Karriere von unterschiedlichen Aufbauten, Fahrern und Einsätzen geprägt war.