Facts

  • Baujahr

    1967
  • Hersteller

    Motor Racing Developments Ltd. (Brabham)
  • Ursprüngliche Rennklasse

    Formel 3
  • Ursprünglicher Motor

    Ford-Cosworth MAE, rund 1,0 Liter
  • Leistung heute

    201 hp laut Prüfstandslauf von 2019 (rund 204 PS)
  • Getriebe

    Hewland-Fünfgang
  • Bekannte Fahrer

    Richard Burton, James Hunt, Jean-Pierre Jabouille

Dieses Chassis verbindet gleich mehrere große Namen des Motorsports: Frank Williams kaufte den Brabham BT21-16 1967 für sein damaliges Rennprojekt, zwei Jahre später wurde der Wagen von Motor Racing Enterprises eingesetzt – unter anderem mit James Hunt und Jean-Pierre Jabouille am Steuer. Damit stammt der BT21-16 aus jener Nachwuchsformel, in der spätere Formel-1-Größen ihre ersten Spuren hinterließen.

Der heute erhaltene Wagen trägt die Chassisnummer BT21-16 und die Rahmennummer AM180. Nach einer langen Renn- und Besitzgeschichte wurde er umfassend restauriert und fährt heute in historischer Formula-B/Libre-Spezifikation.

Das Fahrzeug

Der BT21 steht für die klassische Brabham-Schule der 1960er-Jahre: ein leichter Gitterrohrrahmen, kompakte Glasfaser-Karosserie, freistehende Räder und ein Mittelmotor. Statt großer Leistung zählte in der damaligen Formel 3 vor allem ein möglichst geringes Gewicht, saubere Fahrwerksarbeit und mechanischer Grip. Die Kraft ging über ein Hewland-Fünfganggetriebe an die Hinterräder.

BT21-16 fährt heute in einer stärkeren historischen Spezifikation. Der 1,6-Liter Ford/Lotus Twin Cam wurde 2019 auf dem Prüfstand mit 201 hp gemessen. Wichtig für die Einordnung: Diese Motorisierung gehört zur heutigen Formula-B/Libre-Konfiguration; 1967 trat der BT21 als Formel-3-Konstruktion mit deutlich kleinerem 1,0-Liter-Motor an.

Der Fahrer

Der prominenteste Name in der bekannten Historie von BT21-16 ist James Hunt. 1969 setzte Motor Racing Enterprises das Chassis in der britischen Formel 3 ein; neben Hunt wird auch Jean-Pierre Jabouille als Fahrer dieses Wagens geführt. Für Hunt war diese Zeit ein frühes Kapitel auf dem Weg in die Formel 1 – sieben Jahre später wurde er Weltmeister.

Schon die erste Saison des Autos führt zu einem weiteren später weltbekannten Namen: Frank Williams kaufte den BT21-16 1967 für Fahrer und Mitbesitzer Richard Burton. Williams stand damals noch ganz am Anfang seiner Laufbahn als Teamchef.

Fun-Fact

BT21-16 hat nicht nur europäische Rennstrecken gesehen. 1989 wurde das Chassis in die USA gebracht und dort im historischen Motorsport eingesetzt. Später erfolgte der Umbau auf Formula-B-Spezifikation. Damit spannt seine Laufbahn den Bogen von der britischen Formel 3 der 1960er-Jahre bis zu historischen Rennserien auf beiden Seiten des Atlantiks.

Die Geschichte hinter dem Fahrzeug

1967 entstand BT21-16 bei Motor Racing Developments, der Firma hinter den Brabham-Rennwagen von Jack Brabham und Konstrukteur Ron Tauranac. Frank Williams erwarb das Chassis für Richard Burton. Nach weiteren Einsätzen wechselte der Wagen 1969 zu Motor Racing Enterprises, wo James Hunt und Jean-Pierre Jabouille zu den dokumentierten Fahrern zählen.

In den folgenden Jahren wanderte das Chassis durch verschiedene Hände und Einsatzgebiete. 1989 gelangte es in die USA, wo es im historischen Rennsport lief. Um 2000 wurde es auf Formula-B-Spezifikation mit Lotus Twin Cam umgebaut. Nach einem Unfall in Road America kam der Wagen 2010 wieder zu einem früheren Besitzer zurück und wurde anschließend umfassend restauriert. Die dunkelblaue Lackierung orientiert sich an seiner frühen Erscheinung; der heutige 1,6-Liter-Motor wurde 2019 aufgebaut.

Mythos

  • Frank Williams am Steuer? Der Name Williams gehört tatsächlich zur frühen Geschichte des Chassis – als Käufer und Teamverantwortlicher. Die dokumentierten Fahrer waren andere, darunter Richard Burton sowie später James Hunt und Jean-Pierre Jabouille.
  • Richard Burton sorgt leicht für Verwechslungen: In der Chassishistorie ist damit der Rennfahrer und damalige Mitbesitzer gemeint, nicht der gleichnamige Hollywoodstar.
  • Historische Technikdaten werden häufig vermischt. Der heutige 1,6-Liter Twin Cam mit rund 200 PS ist die spätere Formula-B/Libre-Spezifikation; der BT21 wurde ursprünglich als Formel-3-Rennwagen mit rund 1,0 Liter Hubraum gebaut.