Facts

  • Generation

    W203 – DTM-Spezifikation 2006
  • Rennserie

    Deutsche Tourenwagen Masters (DTM)
  • Saison

    2006
  • Fahrer

    Bernd Schneider
  • Motor

    4,0-Liter-V8-Saugmotor
  • Leistung

    480 PS / 353 kW
  • Erfolg

    DTM-Fahrermeister 2006, 71 Punkte
  • Saisonsiege Schneider

    Hockenheim und EuroSpeedway Lausitz

Zwei Siege zum Saisonauftakt, konstante Punkte und am Ende Titel Nummer fünf: Bernd Schneider machte die DTM-Saison 2006 mit der Vodafone AMG-Mercedes C-Klasse zu seiner letzten Meister-Saison. Der Wagen steht für eine Phase der DTM, in der Silhouetten-Rennwagen mit V8-Saugmotoren, Carbontechnik und kompromissloser Aerodynamik den Ton angaben.

2006 gewinnt Bernd Schneider seine letzte Meisterschaft im letzten Werks-Einsatzjahr der AMG-Mercedes C-Klasse der Baureihe 203. Bereits ein Jahr später folgte mit dem W204 die nächste Evolutionsstufe. Das Fahrzeug verbindet damit zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Kapitel einer besonders erfolgreichen Mercedes-DTM-Ära.

Das Fahrzeug

Mit einer Serien-C-Klasse hatte der DTM-Rennwagen vor allem die Silhouette gemeinsam. Unter der Außenhaut steckte ein konsequenter Prototyp: Rennfahrwerk, Carbonbauteile, große Aerodynamikflächen und ein hochdrehender Vierliter-V8, dessen Luftzufuhr durch das Reglement begrenzt wurde. Rund 480 PS / 353 kW und etwa 500 Newtonmeter waren die Größenordnung, mit der Mercedes in dieser DTM-Generation arbeitete.

2006 galt zudem ein Entwicklungsstopp für die aktuellen Fahrzeuge. Der Wettbewerb verlagerte sich damit stark auf Abstimmung, Reifenmanagement, Strategie und fehlerfreie Boxenarbeit. Genau darin lag eine Stärke des ausgereiften HWA-Pakets.

Der Fahrer

Bernd Schneider startete 2006 bereits als vierfacher DTM-Champion. Mit Siegen in den ersten beiden Saisonrennen legte er sofort die Basis für den Titel und blieb danach konstant genug, um Bruno Spengler und die Audi-Konkurrenz hinter sich zu halten. Mit 71 Punkten sicherte er sich seine fünfte und letzte DTM-Meisterschaft.

Dieser fünfte Titel machte Schneider endgültig zu „Mister DTM“. In 226 Rennen mit Tourenwagen von Mercedes-Benz gewinnt er 43 Mal und fährt 100 mal aufs Podium.

Fun-Fact

Schneider gewann 2006 nur zwei der zehn Saisonrennen – beide gleich zu Beginn. Vizemeister Bruno Spengler siegte viermal. Der Titel ging trotzdem an Schneider, weil er über die gesamte Saison konstanter punktete. Ein gutes Beispiel dafür, dass eine Meisterschaft nicht allein über die Zahl der Rennsiege entschieden wird.

Die Geschichte hinter dem Fahrzeug

Mercedes setzte die C-Klasse der Baureihe 203 seit 2004 in der DTM ein. Für 2006 blieb das technische Grundpaket weitgehend eingefroren; parallel begann HWA bereits mit der Entwicklung der nächsten Renn-C-Klasse. Im März 2006 starteten die Arbeiten am Nachfolger, zunächst mit einem Windkanalmodell im Maßstab 1:2. Die neue W204-Silhouette kam 2007 in den Wettbewerb.

Schneiders Meisterschaft von 2006 markiert damit den sportlichen Schlusspunkt der W203-DTM-Generation. Der Meistertitel und die technischen Eckdaten dieser Fahrzeuggeneration sind durch Mercedes-Benz und zeitgenössische DTM-Quellen gut dokumentiert. Eine Chassisnummer des beim Red Bull Ring Classics gezeigten Exemplars wird in den öffentlich zugänglichen Unterlagen nicht genannt; die Darstellung konzentriert sich deshalb auf die gesicherte sporthistorische Einordnung des Fahrzeugs.