Facts
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Team
Elf Team Tyrrell -
Motor
Ford Cosworth DFV V8 -
Hubraum
2.993 ccm, 90° V8-Zylinder -
Leistung
475-485 PS bei 10.500 Umdrehungen/min. -
Chassis
Aluminium-Monocoque -
Gewicht
620 kg -
Konstrukteur
Derek Gardner -
Piloten
Ronnie Peterson, Patrick Depailler -
Im Einsatz
1977 -
Statistik
P2 in Kanada, P3 in Südafrika und Japan mit Depailler. Dritter in Belgien (Peterson). -
Besonderheit
Der berühmte sechsrädrige Wagen mit zwei Vorderachsen, Goodyear produzierte spezielle Vorderreifen. Nach der Saison 1977 wurde das Modell eingestellt. Die großen Erfolge blieben aus, die speziellen Reifen waren zu teuer und wurden von Goodyear nur unwillig produziert. -
Fahrer bei der Red Bull Legends Parade
Paolo Barilla
Das Auto
Der Wagen wurde aerodynamisch überarbeitet, dabei aber auch breiter, schwerer und unzuverlässiger. Patrick Depailler kam zwar drei Mal auf das Podium, doch die WM-Plätze 9 und 14 für den Franzosen und den Schweden zeigten, dass Tyrrell mit dem B-Modell Probleme hatte. Goodyear war nicht mehr bereit, den speziellen Vorderreifen für ein einziges Team weiterzuentwickeln, die Qualität wurde schlechter. Die Vorderachse ächzte zunehmend unter dem doppelten Gewicht. Am Ende wurde mit einer besonders breiten Spur experimentiert. Die weit herausstehenden Räder machten den ursprünglichen aerodynamischen Vorteil zunichte. Mit Ende der Saison war Derek Gardners Traum vorbei und das Experiment Six-Wheeler für gescheitert erklärt.
Der Typ zum Auto: Derek Gardner
Im Gegensatz zu Ikonen wie Adrian Newey, Gordon Murray, Colin Chapman oder John Barnard hat es der 1931 in Warwick geborene Konstrukteur nie in die Ruhmeshalle der Formel 1 geschafft – zu Unrecht. Auch wenn er nur knappe acht Jahre Teil der Königsklasse war, hat er mehrere Weltmeister-Autos und Ikonen erschaffen, zwei davon sind bei der Red Bull Legends Parade zu bestaunen. Mit dem Sechsradler erfüllte sich der innovative und mutige Gardner einen Traum – um kurz nach dessen Scheitern hinzuwerfen. In Monza 1977 verließ er mitten im Rennwochenende das Fahrerlager für immer. Er starb etwas mehr als 40 Jahre nachdem er das Modell des ersten Weltmeister-Tyrrells einfach so in seiner eigenen Garage vorgefertigt hatte.
Die Piloten
Ronnie Peterson, Patrick Depailler. Zwei Charakter-Typen, die zu den prägendsten Piloten der Siebziger-Jahre im Grand-Prix-Sport zählen: schnell, spektakulär, selbstbewusst. Beide gewannen große Rennen, beide zählen zu den besten Nicht-Weltmeistern und beide starben früh nach Unfällen: Ronnie 1978 in Monza, Patrick knapp zwei Jahre danach in Hockenheim.
Gut zu wissen
Bis heute hat der P34 in seinen beiden Varianten Kultstatus und ist ein wichtiger Teil der kollektiven Erinnerungskultur an die wilden und innovativsten Jahre der Formel 1. Neben dem Brabham-BT 46B, der ebenfalls bei der Red Bull Legends Parade zu sehen ist und der ebenso seinen einzigen Sieg im schwedischen Anderstorp feierte, gilt er als der – äußerlich – erfindungsreichste und auffälligste Formel-Rennwagen der Welt. Sein Alleinstellungsmerkmal hat ihn auch zu einem der meistverkauften Modell- und Spielzeug-Autos aller Zeiten gemacht. Die Legende des sechsrädrigen Boliden hat ihre Schöpfer und ihr Team überlebt und die Wagen selbst sind, mittlerweile dank neuen Reifen-Spezialanfertigungen, immer noch die große Attraktion bei Shows in aller Welt.
Der Fahrer bei der Red Bull Legends Parade: Paolo Barilla
Der Spross der weltgrößten Pasta-Dynastie fuhr 1989 und 1990 in der F1 für Minardi, neun Rennen. Dass er viel mehr war als ein Pay-Driver hatte er schon davor bewiesen. 1985 wurde Barilla Gesamtsieger in Le Mans, im Joest-Porsche 956, gemeinsam mit Klaus Ludwig und dem auch als John Winter bekannten Louis Krages.