Facts
-
Team
Elf Team Tyrrell -
Motor
Ford Cosworth DFV V8 -
Hubraum
2.993 ccm, 90° V8-Zylinder -
Leistung
475-485 PS bei 10.500 Umdrehungen/min. -
Chassis
Aluminium-Monocoque -
Gewicht
595 kg -
Konstrukteur
Derek Gardner -
Piloten
Jody Scheckter, Patrick Depailler -
Im Einsatz
1976 -
Starts und Siege
30 Rennen (inkl. dem P34B), 1 Sieg -
Besonderheit
Der berühmte sechsrädrige Wagen mit zwei Vorderachsen, Goodyear produzierte spezielle Vorderreifen für das Team. Sieger beim Grand Prix von Schweden in Anderstorp 1976, dritter Platz in der WM. Der Südafrikaner Jody Scheckter ist der einzige Mensch, der je in einem Rennwagen auf sechs Rädern einen Grand Prix gewonnen hat. -
Fahrer bei der Red Bull Legends Parade
Pier Luigi Martini
Das Auto
Konstrukteur Derek Gardner war von seiner Idee überzeugt: Durch die kleinen, hintereinander angebrachten Vorderräder konnte die Frontpartie deutlich flacher gestaltet werden und bot somit dem Fahrtwind wesentlich weniger Angriffsfläche. Von dieser aerodynamischen Verbesserung erhoffte er sich höhere Geschwindigkeiten auf den Geraden. Und das bei ebenso guten Kurveneigenschaften, auch dank der erhöhten Bodenhaftung. Zudem würde die Leistung dadurch indirekt um bis zu 40 PS gesteigert werden. Gegner widersprachen: Höheres Gewicht, längere Zeit für eventuelle Reifenwechsel, höherer Verschleiß der kleinen Vorderräder durch die höhere Drehgeschwindigkeit, die Notwendigkeit neu zu entwickelnder Reifen, zu viele Unbekannte bei der Abstimmung und eine sehr aufwendige Technik bei der Vorderachse. Prompt wurde 1976 eine erfolgreiche Saison. Wenige ahnten, dass schon ein Jahr später die Nachteile überwiegen würden.
Gut zu wissen
Der P34 ist der bekannteste sechsrädrige Formel-1-Wagen und der Einzige, der je in Rennen eingesetzt wurde. Auch andere Rennställe bauten solche Autos als Prototypen, die jedoch in allen Fällen die Zahl der Hinterräder verdoppelten, wie der March 2-4-0 oder der Williams FW08B. „Unser Auto war nicht wegen sechs Rädern verboten, sondern weil es vier angetriebene Räder gab“, so Ex-Williams-Chefingenieur Frank Dernie. Ferrari entwickelte den sechsrädrigen Rennwagen 312T6, bei dem eine Doppelbereifung auf der Hinterachse angebracht wurde – vier Reifen in einer Reihe. In Summe wurde alles zu schwer. Heute ist die Anzahl in der Formel 1 klar mit vier definiert.
Die Geschichte
Am 13. Juni 1976 wurde im schwedischen Anderstorp Historie geschrieben – Tyrrell feierte einen Doppelsieg und beide Piloten fuhren mit Modellen des P34, eines sechsrädrigen Rennwagens. Es sollte der einzige Erfolg mit diesem revolutionären Fahrzeug bleiben, dennoch unsterblich in den Herzen vieler Rennsport-Fans, die den P34 wegen seiner individuellen Form lieben. Ausgerechnet sein einziger Siegpilot Jody Scheckter stieg verstimmt aus: „Dieses Auto ist ein einziger Schrotthaufen.“ Trotz der WM-Ränge 3 und 4 für Scheckter und Depailler war der Südafrikaner ein Kritiker des Sechsradlers und wechselte zum neuen Austro-Kanadischen Team von Walter Wolf.
Der Fahrer bei der Red Bull Legends Parade: Pier Luigi Martini
Der 1961 in Lugo geborene Italiener ist der Prototyp des ewigen Underdog-Piloten, der in der Formel 1 nie die Chance in einem echten Top-Team bekam. Er bestritt 103 Rennen bei Minardi, wurde zu einer Legende im Team und zum Liebling echter Fans: Er ist der erfolgreichste Fahrer in der Geschichte des Rennstalls. Fast die Hälfte der Punkte holte er mit seinem verwegenen Fahrstil: 16 von 38. Zudem einziger Pilot mit einem Minardi in der ersten Startreihe (1990 in Phoenix), holte die einzigen beiden vierten Plätze der Scuderia und in Estoril die einzige Führungsrunde des Teams aus Faenza, für das später auch Fernando Alonso, Mark Webber oder Patrick Friesacher fuhren. Für BMW gewann er 1999 die 24 Stunden von Le Mans.